PURE: Fun-Racer mit Edel-Optik
Bastian | 28. September 2008
Wenn es um Rennspiele geht, ist mein Geschmack recht ungewöhnlich: Alles was nach Simulation und Realismus riecht, macht mir einfach keinen Spaß. Zu komplex, zu steile Lernkurven, einfach zu wenig Fun. Doch sobald es hochgradig unrealistisch, futuristisch und möglichst quietschbunt wird, lerne ich Strecken auswendig, tune meine Flitzer bis zum Anschlag und nehme sogar an Online-Wettrennen teil. Meine Favoriten unter dieser besonderen Gattung der Rennspiele: Wipeout, Burnout, SSX, Outrun, Ridge Racer, Amped und natürlich Mario Kart.
Diese Liste wird ab heute um einen weiteren Referenztitel erweitert: PURE von den Blackrock Studios. PURE ist so etwas wie eine Mischung aus SSX und Amped, nur auf selbst gebauten Quad-Bikes. Diese Spielspaß-Punktlandung sieht nicht nur unverschämt gut aus, sondern spielt sich auch so.
Nach der ersten Probefahrt mit der Demoversion hatte ich jedoch Bedenken: PURE sah zwar absolut genial aus, nur wirkte das Gameplay irgendwie ziemlich dünn und war obendrein viel zu einfach. Nach einem Wochenende im Sattel der Vollversion kann ich euch beruhigen: Sobald man die höheren Motorklassen freischaltet, geht ordentlich der Punk ab. Gerade in den trickbetonten Freestyle-Rennen entdeckt man dann immer verrücktere Combos und schraubt mit jedem Durchgang an einem neuen Highscore. Doch auch die Wettrennen und Sprints werden im Laufe der Einzelspieler-Welttournee immer anspruchsvoller: Wer die Strecken nicht auswendig kennt oder seine Nitro-Boosts falsch platziert, ist schneller aus dem Rennen als er “ATV” sagen kann.
Wer daran Gefallen findet, seine Flitzer mit einer gefühlten Quadrillion verschiedener Bauteile, Farben und Aufklebern ganz individuell anzupassen, der hat in PURE ausreichend Gelegenheit dazu. Doch das Herumgeschraube wirkt sich auch auf die Leistung der Quads aus, weshalb selbst ein Customizing-Muffel wie ich zwischen den Rennen zum Schraubenschlüssel greift. Und dann ist da natürlich noch der Online-Modus, der in den beiden zentralen Spielmodi, Wettrennen und Freestyle, hervorragend funktioniert und auf Anhieb Spaß macht. Gerade die gemeinsame Freestyle-Punktejagd hat es mir angetan, denn nur wer perfekte Combos schafft, verblüfft die Mitspieler mit schier unerreichbaren Highscores.
Der Soundtrack hat ohnehin einen Preis verdient, schließlich ist mit “Pendulum” die beste Drum’n'Bass-Band der Welt vertreten, mehr brauch ich nicht. Wem das nicht reicht, der kommt mit Tracks von “Wolfmother” und “Subways” ebenfalls auf seine Kosten.
Mainstream-Zocker werden sicher ein paar zusätzliche Spielmodi, halbnackte Mädels und Gangster-Rap vermissen oder an den uncoolen Fahrer-Charakteren herummäkeln. Ich brauch’ diesen Kram nicht und brettere absolut zufrieden über die halsbrecherischen Pisten von PURE. Der kurzweilige und spielerisch hervorragend umgesetzte Funracer wirkt absolut rund und ist alles andere als ein Grafik-Blender. Hier haben endlich mal wieder talentierte Entwickler technisch und spielerisch ins Schwarze getroffen. Kaufen!
Jede Menge Videos zu PURE gibt’s hier: http://www.youtube.com/user/PureVideospielGER
Kaufen kann man PURE ab sofort für Xbox 360 und Playstation 3






