World of Goo: Das Casual-Game des Jahres
Bastian | 5. November 2008Es kommt selten vor, dass ich meine Kollegen im Büro einen ganzen Tag lang von einem Spiel zu überzeugen versuche, egal ob sie nun gestandene Hardcore-Zocker oder absolute Spielemuffel sind. Doch nach einem Abend mit „World of Goo“ hatte ich dieses unglaublich starke Mitteilungsbedürfnis, diesen Drang der ganzen Welt von der Großartigkeit dieses Spiels zu berichten. Und heute, nach einem weiteren Abend mit „World of Goo“ hab’ ich es endlich geschnallt: Dieses Spiel ist das Casual-Game des Jahres. Noch weit vor „Braid“ und den anderen Independent-Knallern, die wir in letzter Zeit erleben durften.
Die perfekte Mischung aus putzigen Charakteren, einer super-realistischen Physik und einem ebenso simplen wie genialen Sucht-Gameplay, fasziniert von der ersten Minute an. Wie einst bei Lemmings müsst ihr eine vorgegebene Anzahl putziger Wesen (hier: kleine, schleimige Bällchen) ins Ziel bringen. Der Clou: Die Kammeraden kleben wie notgeile Kohlenstoff-Verbindungen aneinander und lassen sich per Drag‘n‘Drop zu verschiedensten Formen zusammenketten. So werden Bücken und Türme meist aber ziemlich seltsame Strukturen bis zum rettenden Ziel gebastelt. Die Schwerkraft ist dabei euer größter Feind, denn jede instabile Verbindung bricht früher oder später in sich zusammen und ihr werdet ein gutes Stück zurückgeworfen.
Was einen Gamedesign-Ästheten wie mich so sehr begeistert: Durch das gesamte Spiel zieht sich eine glasklare Design-Linie, vom Hauptmenü angefangen, über die witzigen Tipps des unbekannten Schildmalers, bis hin zum fantastischen Soundtrack, der gleichzeitig an Tim-Burton-Filme und „Die fabelhafte Welt der Amélie“ erinnert. All das lässt, zusammen mit den putzigen Klebe-Tierchen, eine einzigartige Spielwelt entstehen, die nur von Leuten erdacht werden konnte, die wahre Künstler und absolute Gameplay-Genies zugleich sind.
In Deutschland kommt „World of Goo“ leider erst im Februar offiziell für Mac, PC und Wii auf den Markt, doch Kreditkarten-Besitzer können dank Internet sofort auf der Homepage der Entwickler zuschlagen. Kostenpunkt: 20 Dollar, die man nicht eine Sekunde lang bereuen wird.







