Wii: Von Homebrew zu Warez
Bastian | 16. September 2008Spätestens jetzt hat Nintendo einen verdammt guten Grund gegen den Homebrew Channel und jegliche Art von Fremdsoftware für die Wii vorzugehen. Schönen Dank auch, liebe Warez-Community!
Spätestens jetzt hat Nintendo einen verdammt guten Grund gegen den Homebrew Channel und jegliche Art von Fremdsoftware für die Wii vorzugehen. Schönen Dank auch, liebe Warez-Community!
Diese Google Tech Talks sind immer wieder für sehr angenehme Überraschungen gut.

Wieder einmal hat mir Playstar vom GTA-Blog mit einem genialen Linktipp das Wochenende versüßt. ich habe mir eben in einem Satz diese geniale Chiptune-Dokumentation auf Pitchfork.tv angesehen und bin immer noch total aus dem Häuschen. Ja, diese Gameboy-Musiker sind totale Obernerds. Und wer nicht wie ich mit C64 und Gameboy aufgewachsen ist, wird in dieser elektronischen Kunstform wohl kaum sonderlich viel abgewinnen können. Ich, für meinen Teil, hätte in beim Blip Festival in New York auf jeden Fall bis zum Morgengrauen gerockt. Headbangend auf 8-bit-Sound. Als Nerd unter Nerds. Shit, wieso gibt es sowas nicht bei uns?!
Was ist nur los mit Sony und Nintendo? Deren Pressekonferenzen zum Start der diesjährigen E3 waren wirklich alles andere als spektakulär. Weit und breit keine bitter nötige Revolution bei Sony, dafür nur halbseidene Trailer zu Spielen, die irgendwann in ferner Zukunft etwas werden sollen. Bei Nintendo hatten die Kreativen wohl ebenfalls Urlaub: Kein einziges Spiel für Hardcore-Fans, höchstens vielleicht “Wario Land”. Soll das wirklich alles sein, was ich von euch zu Weihnachten bekomme? Warum heißt der einzige Kaufgrund für eine PS3 weiterhin “Metal Gear Solid”? Und warum gebt ihr nicht gerade jetzt, in dieser fantastischen Blütezeit des Konsolenmarktes, noch einmal so richtig Gas? Glaubt ihr tatsächlich, das Zeug verkauft sich in diesem Weihnachtsgeschäft mit solchen 1st-Party-Durchschnitts-Ramsch? Soll ich etwa wieder mit einem PC spielen?! So viele Fragen, aber keine Antworten.
Und ich Depp meckere im vorigen Beitrag noch über Microsoft! Bitte verzeiht mir, wie konnte ich nur jemals an euch zweifeln! Denn im Vergleich mit den beiden großen Konkurrenten steht Microsoft, auch dank des völlig neuen Dashboards, jetzt geradezu fantastisch da! Sehr schön, dann wäre ja zumindest die Frage “Wer dominiert das Weihnachtsgeschäft?” bereits geklärt.
Es gibt Fan-Projekte, die sind selbst für eingefleischte Hardcore-Zocker ziemlich skurril. Wie zum Beispiel “Mike Tyson’s Jungle Beat“: Bei diesem abgedrehten Spiel für den Wii-Homebrew-Channel werden die Trommeln von “Donkey Konga” als Controller für den NES-Kult-Klassiker “Mike Tyson’s Punch Out” umfunktioniert. Hört sich ziemlich dämlich an – und sieht im Video dazu auch so aus. Geek-Stuff vom Feinsten.
Na also, es geht doch: Sogar Nintendo und Square-Enix haben dazu gelernt und spendieren der Taktik-Perle “Final Fantasy Tactics A2: Grimoire of the Rift”eine gleichzeitige Veröffentlichung in den USA und Europa. Die deutschen DS-Zocker dürfen sich zudem über ein hervorragende Lokalisierung freuen, denn die deutschen Texte stehen dem Original in nichts nach. Nach knapp vierstündiger Spielzeit habe ich wohl bisher höchstens ein Zehntel dieses Handheld-Epos gesehen, bin aber immer noch total begeistert. In diesem Modul steckt bis in den letzten Pixel eine unglaubliche Detailverliebtheit – und das ist es, was wir alle an japanischen Spieledesignern so lieben.
Die putzigen Pixelfiguren und das packende Gameplay lassen die Zeit bei jedem Ausflug nach Ivalice verfliegen, das motivierende “nur noch eine Mission”-Gefühl ist allgegenwärtig. Klar, alte PSOne-Veteranen fordern vielleicht mehr Story-Tiefgang und taktische Herausforderung, aber für eine tragbare Umsetzung brauche ich das zumindest nicht. Ok, vielleicht nerven ab und zu die strikten Regeln beim Kampf, aber was macht das schon, bei dieser nicht enden wollenden Missionsvielfalt.
Final Fantasy Tactics war schon immer ein Spiel für die berühmte “einsame Insel”. Doch dank dieser hervorragenden Umsetzung für den Nintendo DS geht der Wunsch bereits im nächsten Sommerurlaub in Erfüllung. Ach ja: Bei der Gelegenheit solltet ihr übrigens gleich noch das geniale “Soul Bubbles”mitnehmen – für mich ein ganz großer Überraschungshit der diesjährigen Handheld-Saison.
Großartig! Der (inoffizielle) Homebrew Channel für die Wii ist endlich fertig. Wenn ich das alles richtig verstanden habe, darf ich heute noch “Maniac Mansion” oder “Indiana Jones” mit der Wiimote spielen. Und von “Region-Free” war auch was auf der Seite zu lesen….
Update 21.00 Uhr: Läuft problemlos. Ahhh, ScummVM auf 32 Zoll ist fein.
Noch ist das Wetter einfach viel zu schön für ein ausführliches GTA-Fazit.
Daher nun zu etwas völlig anderem:
Das wird ein ganz großes Ding! Fragt sich nur, wer die Technik zuerst mit dem passenden Systemseller auf den Markt bringt. Sollte Nintendo diese Steilvorlage ignorieren, könnte das zu einem unverzeihlichen Fehler werden.

Am Sonntag um 18.50 war es soweit: Ich hatte “Super Mario Galaxy” durchgespielt. Völlig fassungslos, wie schön ein Videospiel sein kann, sah ich mir den Abspann an – vor Begeisterung wohl ohne ein einziges Mal zu Blinzeln. Doch dieses Gefühl erfasste mich nicht nur nach dem letzten Kampf mit Marios Erzbösewicht Bowser: Fast alle paar Level saß ich kopfschüttelnd und mit offenen Mund vor dem Fernseher, ehrfürchtig vor dem Talent der Entwickler. Wie schafft man es nur, so viele Ideen, so perfekt gestaltete Level und so eine enorme Wandlungsfähigkeit in einziges Spiel zu stecken?
Sogar die “hirnverbrannte Story” nehme ich vollständig zurück, denn wenn man das Spiel erst einmal durchgespielt hat, entdeckt man in der Geschichte mit etwas Phantasie sogar so etwas wie philosophische Ansätze. Klar, die passen zu Mario eigentlich überhaupt nicht, aber um Lichtjahre besser als “Dinosaurier-Tyrann entführt Prinzessin” ist die Story allemal. Hätte ich Kinder, würde ich das Märchen der Sternenkinder jeden Abend mit großer Begeisterung erzählen.
Aber trotzdem: Story, Charaktere und teilweise sogar die Grafik sind bei diesem Spiel völlig sekundär. Was zählt, ist das Gameplay. Und das ist besser als jemals in einem Mario-Spiel zuvor. Die genialen Gravitations-Spielereien, die Levelvielfalt, die perfekte Integration der Wii-Steuerung und die nicht enden wollende Sternensammelwut dank zahlloser Bonuslevel machen “Super Mario Galaxy” zur endgültigen Killerapp für die Wii und deren neuartige Steuerung. Miyamoto-San, wie konnte ich nur jemals an dir zweifeln!
Denn ich war bis zuletzt überhaupt nicht von diesem Spiel überzeugt. Schon auf der E3 2006 machte ich mir nicht mal die Mühe, mich in die Mario-Schlange einzureihen. Es sah einfach viel zu wenig nach einem “echten” Mario-Spiel aus, mit all den Planeten, dem Herumgefliege und kugelrunden Levels. Eher nach einem typischen Wii-Spiel, bei dem der Gameplay-Anspruch hinter der neuartigen Steuerung zurückbleiben muss. Selbst nach dem Kauf und den ersten zwei Levels war ich noch immer nicht ganz von Marios legendärem Charme erfasst. Doch dies sollte sich nach dem ersten Obermotz schlagartig ändern: Mario war wieder da – und sogar besser als jemals zuvor!
Nahezu ohne Pause habe ich danach das ganze Wochenende mit dem – ultra-ausgelutschtes-Synonym-Alarm – hüpfenden Klempner verbracht. Ein so starkes Suchtgefühl hatte ich zuletzt mit einer Konsole vor Ewigkeiten. Sogar “Mario 64″ konnte mich nicht derart fesseln, höchstens “Super Mario World” hatte seinerzeit das Zeug dazu. Und vorbei ist der galaktisch-gute Spaß noch lange nicht: 61 Sterne habe ich, 59 weitere kann ich nach dem Durchspielen noch sammeln – das nenne ich mal einen sauberen Bonusinhalt! Aber ich muss mich ranhalten, man hat ja in diesen Tagen kaum Zeit für Bonuslevel und 100%-Perfektionismus – am Mittwoch geht es nämlich mit “Mass Effect” auf der Xbox 360 weiter. Harte Arbeit, diese Vorweihnachtszockerei.