Tomb Raider: Underworld
Bastian | 24. July 2008Wenn Eidos beim Spiel so viel künstlerische Detailverliebtheit wie beim Trailer an den Tag legt, kann für “Tomb Raider: Underworld” eigentlich kaum noch etwas schief gehen.
Wenn Eidos beim Spiel so viel künstlerische Detailverliebtheit wie beim Trailer an den Tag legt, kann für “Tomb Raider: Underworld” eigentlich kaum noch etwas schief gehen.
Was ist nur los mit Sony und Nintendo? Deren Pressekonferenzen zum Start der diesjährigen E3 waren wirklich alles andere als spektakulär. Weit und breit keine bitter nötige Revolution bei Sony, dafür nur halbseidene Trailer zu Spielen, die irgendwann in ferner Zukunft etwas werden sollen. Bei Nintendo hatten die Kreativen wohl ebenfalls Urlaub: Kein einziges Spiel für Hardcore-Fans, höchstens vielleicht “Wario Land”. Soll das wirklich alles sein, was ich von euch zu Weihnachten bekomme? Warum heißt der einzige Kaufgrund für eine PS3 weiterhin “Metal Gear Solid”? Und warum gebt ihr nicht gerade jetzt, in dieser fantastischen Blütezeit des Konsolenmarktes, noch einmal so richtig Gas? Glaubt ihr tatsächlich, das Zeug verkauft sich in diesem Weihnachtsgeschäft mit solchen 1st-Party-Durchschnitts-Ramsch? Soll ich etwa wieder mit einem PC spielen?! So viele Fragen, aber keine Antworten.
Und ich Depp meckere im vorigen Beitrag noch über Microsoft! Bitte verzeiht mir, wie konnte ich nur jemals an euch zweifeln! Denn im Vergleich mit den beiden großen Konkurrenten steht Microsoft, auch dank des völlig neuen Dashboards, jetzt geradezu fantastisch da! Sehr schön, dann wäre ja zumindest die Frage “Wer dominiert das Weihnachtsgeschäft?” bereits geklärt.
Nach der Ankündigung diverser Produkte, die man so schon länger von Nintendo (Avatare) oder Sony (Singstar, EyeToy) kennt, gab es heute doch noch eine kleine Sensation auf Microsofts E3-Pressekonferenz: Final Fantasy XIII kommt auch für die Xbox 360! Da wird sich der Herr Sony aber mächtig ärgern, schwimmen ihm doch so langsam die Felle, bzw. die exklusiven 3rd-Party-Games davon. Bleibt die große Frage, ob ein gleichzeitiger Release geplant ist. Und natürlich wann.
In other News: Es gibt im Herbst ein völlig neues Dashboard für die Xbox. Fällig ist das auf jeden Fall schon längst. Außerdem: “Geometry Wars 2″ soll schon nächsten Monat veröffentlicht werden!
Es hatte sich ja bereits angekündigt, dann aber über Umwege doch noch etwas gedauert: Seit Freitag bin ich endlich stolzer Besitzer des iPhone 3G. Die größte Neuerung des neuen Apfel-Telefons ist aber nicht die UMTS-Geschwindigkeit oder der GPS-Empfänger, es ist die Eröffnung des virtuellen AppStore. Dort stehen bis heute alleine in der Spiele-Kategorie über 200 Downloads bereit, teils kostenlos, teils um die 5-7 Euro teuer. Klar, es ist auch viel mittelprächtige Software darunter, dennoch bleibt eine sehr ordentliche Auswahl hochwertiger Spiele übrig, die durchaus als Konkurrenz für Nintendo DS oder Playstation Portable anzusehen sind.
Eigentlich ist so ein iPhone nämlich eine top-moderne Spielkonsole, welche viele Highlights der Konkurrenz in sich vereint: Die Bewegungssensoren der Wii, den Touchscreen des Nintendo DS und den breiten Bildschirm der PSP, auf dem auch Filme Spaß machen. Beste Handheld-Vorraussetzungen also, denn zudem kann das Teil ja noch eine ganze Menge mehr. Einziger Knackpunkt: Das fehlen von Steuerkreuz und Buttons wird die Umsetzung mancher Spiele einfach zu schwierig machen. Ich denke da an menülastige Titel im Stil von “Fire Emblem” oder “Final Fantasy”.
Es gibt ein paar echte Highlights im AppStore, die ich das ganze Wochenende über ausprobiert habe und euch nicht vorenthalten möchte:
Super Monkey Ball (7,99 Euro)
Segas Affen-Jonglierer sollte mittlerweile jeder kennen. Der Clou: Die Steuerung läuft vollständig über präzises Kippen und Neigen des iPhone. Zu meiner Überraschung klappt dies absolut hervorragend und das Spiel ist völlig berechtigt an der Spitze der Verkaufscharts. Doch Vorsicht: Ab Level 7 zieht der Schwierigkeitsgrad ordentlich an.
Tap Tap Revenge (kostenlos)
Eine gelungene Mischung aus “Audiosurf” und “Guitar Hero”. Die Umsetzung samt weltweiten Ranglisten, einer schmucken Grafik und witzigen Songs ist auf sehr professionellem Niveau. “Tap Tap Revenge” wäre locker einige Euros wert, wird aber – den Entwicklern sei dank – völlig kostenlos angeboten! Ein Mehrspielermodus ist natürlich auch dabei. Doch was red’ ich lange: Runterladen und ausprobieren!
Trism (3,99 Euro)
Als ich vor ein paar Monaten ein erstes Video zu diesem Puzzlespiel sah, war der Kauf bereits eine klare Sache. Trism wirkt auf den ersten Blick nämlich wie viele andere Klötzchenverschieber im Stil von “Hexic” oder “Chuzzle”. Das Besondere ist aber der Einsatz des Motion-Sensors: Das Spiel lässt neue Steine immer der natürlichen Schwerkraft entsprechend ins Spielfeld fallen – wer das iPhone mitten im Spiel geschickt dreht, erntet zahlreiche Combo-Chains und erlebt zudem ein völlig neues Spielgefühl.
Aurora Feint: The Beginning (kostenlos)
Diese Perle hat sich bis gestern noch etwas weiter unten im AppStore versteckt, gehört aber meiner Meinung nach ganz oben auf die Startseite. Auch hier trifft man auf bewährte Spielmechanik, kombiniert mit einem buchstäblichen Dreh: Wie in “Meteos” müssen gleichfarbige Steine zusammengebracht und so aus dem Weg geräumt werden. Dreht man das iPhone, gehorchen die Steine der Erdanziehungskraft, was für offene Münder vor dem Bildschirm sorgt und die Spieltiefe vervielfacht. Darüber hinaus hat man ein paar Rollenspiel-Komponenten verbaut: Es müssen Helden gelevelt, Zaubersprüche gekauft und damit neue Herausforderungen freigespielt werden. Da werden selbst erfahrene Fans der Xbox Live Arcade richtig neidisch!
Enigmo (7,99 Euro)
Dieser Physik-Puzzler spielt mit kleinen Wassertropfen, die äußerst realistisch mit Hilfe verschiedener Gegenstände, vorbei an fiesen Hindernissen, ins Ziel gelenkt werden müssen. “Lemmings” trifft auf “The Incredible Machine” – noch Fragen? Auch hier ist die Steuerung hervorragend über den Touchscreen gelöst worden.
Na also, es geht doch: Sogar Nintendo und Square-Enix haben dazu gelernt und spendieren der Taktik-Perle “Final Fantasy Tactics A2: Grimoire of the Rift”eine gleichzeitige Veröffentlichung in den USA und Europa. Die deutschen DS-Zocker dürfen sich zudem über ein hervorragende Lokalisierung freuen, denn die deutschen Texte stehen dem Original in nichts nach. Nach knapp vierstündiger Spielzeit habe ich wohl bisher höchstens ein Zehntel dieses Handheld-Epos gesehen, bin aber immer noch total begeistert. In diesem Modul steckt bis in den letzten Pixel eine unglaubliche Detailverliebtheit – und das ist es, was wir alle an japanischen Spieledesignern so lieben.
Die putzigen Pixelfiguren und das packende Gameplay lassen die Zeit bei jedem Ausflug nach Ivalice verfliegen, das motivierende “nur noch eine Mission”-Gefühl ist allgegenwärtig. Klar, alte PSOne-Veteranen fordern vielleicht mehr Story-Tiefgang und taktische Herausforderung, aber für eine tragbare Umsetzung brauche ich das zumindest nicht. Ok, vielleicht nerven ab und zu die strikten Regeln beim Kampf, aber was macht das schon, bei dieser nicht enden wollenden Missionsvielfalt.
Final Fantasy Tactics war schon immer ein Spiel für die berühmte “einsame Insel”. Doch dank dieser hervorragenden Umsetzung für den Nintendo DS geht der Wunsch bereits im nächsten Sommerurlaub in Erfüllung. Ach ja: Bei der Gelegenheit solltet ihr übrigens gleich noch das geniale “Soul Bubbles”mitnehmen – für mich ein ganz großer Überraschungshit der diesjährigen Handheld-Saison.
Die jahrelangen Spekulationen und Zocker-Fürbitten haben endlich ein Ende: Blizzard hat heute “Diablo III” angekündigt. Doch da die WoW-Macher bekanntlich für Qualität und perfekte Spielbarkeit stehen, kann es noch eine ganze Ecke dauern, bis wir endlich wieder auf Monsterjagd gehen können. Wenigstens zahlt sich der unglaubliche Erfolg von “World of Warcraft” nun auch für Blizzard-Fans der älteren Semester aus: Dank randvollen Kassen, stampft die Kultschmiede nach “Starcraft 2″ gleich noch einen Mega-Blockbuster aus der Erde. Lead-Designer von “Diablo III” ist übrigens Jay Wilson, den ich vor einigen Jahren bei einem Termin zu “Dawn of War” persönlich kennen lernen durfte. Jetzt macht der Mann das neue Diablo! OMFG!
Mehr Infos inkl. Bild- und Videomaterial gibt es hier, hier und hier. Und falls der knapp 20-minütige (!) Gameplay-Trailer auf der offiziellen Homepage zu langsam lädt, findet ihr hier einen Mirror.
Bereits vor über vier Jahren habe ich nicht mit Superlativen gegeizt: “Beyond Good and Evil” ist und bleibt eines meiner Lieblingsspiele. Die liebevoll gestalteten Charaktere des französischen Träumers Michel Ancel werden sicher auch in der frisch angekündigten Fortsetzung der Serie begeistern können. Allen voran natürlich Pey’j, das Schwein. Schon der erste Trailer lässt die Zeit bis zum Wiedersehen mit dem schweinischen Antiheld unangenehm lang werden. Hoffentlich lässt sich Ubisoft mit dem nächsten Filmchen zur Hauptdarstellerin Jade noch etwas Zeit, sonst halte ich die Wartezeit nicht mehr aus.

Endlich darf ich mir ein Fazit zu “GTA IV” erlauben: Nach 70 gespielten Missionen und insgesamt 17 Stunden Spielzeit fühle ich mich bei den folgenden Zeilen sicher. Schließlich möchte man der momentan heiligsten Kuh der Branche nicht unbegründet oder gar voreilig das Fell über die Ohren ziehen. Und eines gleich vorweg: Ich will hier nicht einfach nur einen auf Blogger-Opposition machen und kategorisch “dagegen!” sein. Nein, ich bin wirklich und ganz ehrlich von GTA IV enttäuscht.
Liest man die unzähligen Berichte und Blog-Einträge zu GTA IV, stößt man immer wieder auf lange, mit Begeisterung geschriebene Absätze über die unglaublich lebendige, abwechslungsreiche, riesige und gleichsam faszinierende Stadtsimulation von Liberty City. Klar, es verdient schon eine besondere Erwähnung, wie weit es künstliche Intelligenz und Detailverliebtheit in diesem Spiel gebracht haben. Die sorgen nämlich dafür, dass Liberty City nicht wie eine leblose Kulisse und deren Einwohner nicht wie die Pappkameraden am Straßenrand von “Gran Turismo” rüberkommen. Spielwelt 2.0 also? Check. Ich kenne die meisten Feinheiten dieser Stadtsimulation allerdings nur vom Hörensagen, bzw. Lesen. Warum? Weil es ich besseres in Liberty City zu tun habe!
Was jucken mich toll programmierte Passanten, Sonnenuntergänge und realistische Regengüsse, wenn ich entweder im Auto sitze oder im Taxi. Denn beides erfüllt die allgegenwärtige Hauptaufgabe des Spiels: Nämlich von Punkt A nach Punkt B zu kommen, und das möglichst schnell. Am Zielort passiert dann eines oder mehrere der folgenden Dinge:
Bis auf eine Handvoll löblicher Ausnahmen wie den genial inszenierten Banküberfall (OMFG!) war es das auch schon mit dem zentralen Gameplay von GTA IV. Das war schon immer so? Check. Wäre es mein erstes “Grand Theft Auto”, würde ich es sicher in den Olymp der Videospiele loben. Doch leider ist es das nicht, es ist mittlerweile mein sechstes wirklich intensiv gespieltes GTA. Gerade weil ich die Serie so begeistert verfolgt habe, ist für mich in Sachen Gameplay langsam aber ziemlich endgültig die Luft raus. Klar, Rockstar Games hat nach sieben Jahren des Experimentierens endlich das Kampfsystem gut spielbar hinbekommen und dadurch sogar einige Missionen ein gutes Stück spannender gemacht. Auch ist mancher Auftrag so geschickt variiert, dass einem die Eintönigkeit stellenweise sogar irgendwie entgeht. Doch leider sind das höchstens zehn Prozent aller im Spiel enthaltenen Missionen, der Rest läuft nach Schema F.
Wer auf Höhe dieses Absatzes aufgrund meiner Blasphemie tobt, wird sicher anführen wollen, dass man in Liberty City doch noch viiiiel mehr machen kann, als nur Missionen abzuschließen. Man kann Dart spielen, Bowlen gehen oder einfach nur völlig sinnfrei über Bürgersteige und deren Benutzer mit einem Hummer-Verschnitt brettern. Macht Spaß? Check. Aber nicht lange, schließlich möchte man ja wissen, wie es mit der Story um den slawischen Ex-Kriegsverbrecher weiter geht – und dazu müssen Missionen erledigt und Geld verdient werden. Doch in GTA IV hat man leider keine Möglichkeit mehr, all sein schwer verdientes Geld auszugeben. Dafür lernt man nun reihenweise ebenso virtuelle wie nutzlose Freunde kennen, die dann schön regelmäßig angerufen, besucht, bestiegen oder sonstwie bespaßt werden wollen. Spätestens nach dem zweiten “Freundes-Sidequest” war bei mir mit dieser Spielzeitverschwendung schluss, virtuelle Einzelgänger kommen schneller ans Ziel. Freundes-Feateure = Totaler Reinfall? Check.
Das Miniatur-Wunderland namens Liberty City verdient einen Preis und ihre detailverliebten Macher einen Entwickler-Orden. Die Marketing/PR-Jungs von Publisher Take 2 sind ganz klar die besten der Branche. Doch Rockstars Missionsdesigner gehören allesamt entlassen: Eine neue Stadt voller Details macht eben noch kein neues Spiel! Das hätten die Housers eigentlich schon früher merken können, schließlich waren die PSP-Ableger der Serie auch nichts anderes als gut vermarktete Zweitverwertung.
Doch bei dem großen Nachfolger, dem 99%-Wertungsdurchschnitts-Blockbuster, dem Plakatwand-Spammer, dem “Spiel der Spiele” – ja, bei so einem einzigartigem Werk der Spielkultur erwarte ich mir mehr als das, was ich bereits die letzten sieben Jahre gespielt habe.
Obligatorischer Relativierungs-Absatz: Versteht mich nicht falsch, das Spiel hat auch seine guten Seiten: Technisch sauber, große Stadt, mitunter auch gute Musik (Radio Broker) und eine extrem lange Spielzeit. Deshalb hat GTA IV auch eine hohe Wertung (85-90%) samt Gold-Award verdient. Doch alles war darüber hinaus geht, inklusive des Medienrummels und der zahlreichen Blanko-100%-Wertungen sind zu viel des Guten für ein Spiel, das neben einer für Serien-Neulinge höchst faszinierenden Stadtsimulation nur Gameplay-Recycling zu bieten hat. Das perfekte Spiel also? Nope, sicher nicht.
Eines meiner liebsten Arcade-Games ging heute in die zweite Runde: Assault Heroes 2 ist draussen! Die geniale Gameplay-Mischung samt Elementen aus unvergessenen Spielhallen-Hits macht die Daueraction rund um den schießwütigen Buggy zum Pflichtkauf.
Wenn mich in Zukunft jemand fragen sollte, was das “nerdigste” war, was ich bisher gemacht habe, dann kann ich nun folgende Geschichte erzählen: Als frischer Apple-Fanboy konnte ich mir während meines USA-Urlaubs einen 100-KM-Umweg nach Cupertino im Herzen von Silicon Valley nicht verkneifen. Ich musste einfach wissen, wo und wie die Macher meiner liebgewonnenen Gadgets arbeiten. Und Apple enttäuscht seine Fans nicht: Der hauseigene Company Store auf dem Gelände der legendären “Infinite Loop 1″ bietet eine breite Palette nur dort erhältlicher T-Shirts, Caps, Tassen und anderem Werbegeschenk-Zeugs. Das kultige “I-visited-the-Mothership-T-Shirt” und eine Dollarkurs-begünstigte “Time Capsule” waren schließlich nur ein Teil meines Großeinkaufs.
Schade, dass Goolge so etwas nicht für seine Fans bietet, sonst hätte meine Frau auch noch einen Abstecher ins benachbarte Mountain View ertragen müssen.
Beweisfotos gibt’s natürlich auch:
Ach ja: Der Geek-Wahnsinn ging wie versprochen nach der Landung in München weiter. GTA IV musste her. Doch leider war das Teil am Samstag um 19.45 Uhr bereits in allen Kistenschieber-Märkten restlos ausverkauft. Die Rettung in größter Not: Heimspiel-Games am Münchner Hauptbahnhof. Danke, ihr seid Helden!
Meine Meinung zu GTA IV folgt dann in den nächsten Tagen. Doch soviel ist jetzt schon sicher: Auf den Hypetrain der großen Onliner springe ich sicher nicht auf, denn bisher will ich einfach nicht mit Liberty City warm werden. Liegt hoffentlich nur am Jetlag. Hoffentlich. Bitte!