Der Rest vom Schützenfest
Bastian | 6. January 2008Alle Jahre wieder: Nach dem jährlichen Konsum-Endspurt versinkt die Spieleindustrie in einem seltsamen Winterschlaf, der erst wieder kurzzeitig vom Besuch des Osterhasen unterbrochen wird. Das Pulver ist verschossen, die nächsten AAA-Titel müssen erst noch das Alpha-Stadium erreichen.
Doch so übel ist diese Marotte der Publisher gar nicht: Zwischen Weihnachten und Ostern kommt man so nämlich endlich dazu, den Stapel mit spielenswerten Titeln durchzuarbeiten. Dank diverser 20-Prozent-auf-alles-Aktionen bin ich jetzt nämlich doch noch in den Genuss von “Call of Duty 4″ gekommen. Sämtliche Tests zur Veröffentlichung des Neuzeit-Shooters klagten ja über einen viel zu kurzen Solomodus, priesen dafür aber die neu gesetzten Maßstäbe in Sachen Level- und Gameplay-Design. Nach den ersten paar Spielstunden kann ich da nur voll zustimmen: Alleine aus der vor Atmosphäre nur so strotzenden Tschernobyl-Mission könnte man ein eigenes Spiel machen: Ein reiner Scharfschützen-Shooter mit Online-Koop-Modus, das wäre doch mal was. Doch auch die Inszenierung der Zwischensequenzen und die vielen Überraschungs-Missionen sind in dieser kinoreifen Form nahezu einmalig. Bravo, Infinity Ward! Nach all der WWII-Ausschlachterei habt ihr euer Steckenpferd genau im richtigen Moment neu erfunden.
Nicht ganz so milde Worte fallen mir nach ca. 6 Stunden Spielzeit zu “Assassin’s Creed” ein. Da wurde einfach enorm viel Potenzial verschenkt. Eine optisch umwerfende Mittelalter-Spielwelt samt cooler Steuerung und ansprechenden Storyansätzen machen eben noch lange kein gutes Spiel. Mit ihren zahllosen Interviews hatte mich Jade Raymond ja fast schon zum rosarot bebrillten Lobeslied animiert, aber nach mehreren Stunden unter den Assassinen sehe ich wieder klar: Ich werde den Exkurs ins heilige Land zwar zu Ende spielen, doch bis dahin habe ich im Prinzip dann immer nur die selbe Mission unter einem ansteigenden Schwierigkeitsgrad gemeistert. Das bekomme ich auch bei Pacman, schönen Dank auch.
Ach ja: Ich hab über die Feiertage mal wieder mit “World of Warcraft” angefangen. Eigentlich wollte ich ja nur wissen, ob WoW auf meinem Mac Mini anständig läuft – und schon stand ich mit einem Level-15-Draenei-Krieger da. Getreu dem Motto von Elvin Atombender: Stay a while. Stay forever!










