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Condemned 2: Der Killer-Spieler in mir

Bastian | 6. April 2008

Condemned 2

Soeben habe ich “Condemned 2″ auf der Xbox 360 durchgespielt. Doch eigentlich sollte ich mich dafür schämen, denn noch vor kurzem habe ich an dieser Stelle “Manhunt 2″ so richtig zur Sau gemacht. Und in Sachen Gewalt dürften sich die beiden Games nicht sonderlich viel nehmen. Doch was hat den Killer in mir geweckt? Was hat mich dazu verleitet, dieses blutrünstige, Gewalt verherrlichende, geradezu ekelhafte Killerspiel mit erschreckend großer Begeisterung durchzuspielen?

“Condemned 2″ zeigt überdurchschnittlich viel Blut und mitunter einfach nur kranke Grausamkeiten. Da werden Emotionen geweckt, wie man sie von Filmen wie “Sieben” oder “Saw” her kennt – immer dann, wenn der Protagonist am Tatort unfreiwillig ein weiteres Stück in das kranke Gehirn des Killers eintauchen muss. Doch die gezeigten Scheußlichkeiten sind gleichzeitig auch einer der Hauptgründe fürs Weiterspielen, sorgen sie eigentlich für nichts anderes als Atmosphäre. Und die ist derart stark, bizarr und gruselig zugleich, das man es tatsächlich mit der realen Angst zu tun bekommt. Das erlebt man als Spieler einfach nicht sehr oft, denn die meisten Gruselspiele bleiben mit plumpen Zombie-Ballereien in der emotionalen Eintönigkeit stecken. Nur ganz selten zeigen japanische Perlen wie “Silent Hill” oder “Project Zero”, dass Angst ein verdammt intensives Gefühl sein kann – gerade bei einem interaktiven Medium wie dem Videospiel.

Der Mystery-Faktor in “Condemned” ist ebenfalls entscheidend: Es geht eben nicht darum, dümmlich auf alles zu ballern, was sich bewegt, herrscht doch ständig akuter Mangel an Munition und Verbandsmaterial. Die Gegner – teils real, teils nur Hirngespinste des Protagonisten – sind noch dazu relativ intelligent und wollen mit Köpfchen und blanken Fäusten erledigt werden. Und dann birgt auch die Story rund um den geheimen Kult der “Oro” überraschend viel Potential, man will einfach wissen, wie es weiter geht.

Das Problem ist nur, dass sich die Entwickler mit der Story viel zu viel vorgenommen haben und auch “Condemned 2″ mit einem unverschämt fiesen Cliffhanger abrupt beenden. Bei Fernsehserien geht das ja in Ordnung, beginnt die nächste Season in der Regel ein halbes Jahr später. Bei Videospielen wartet man gut ein Jahr oder noch länger, was pauschal jeden Cliffhanger zum Designfehler degradiert.

Von mir aus hätte man die gezeigte Gewalt auch ganz behutsam um eine Spur entschärfen können. Doch solange es “Condemned 2″ nicht einmal offiziell bei uns in Deutschland zu kaufen gibt und auf dem Cover ein dickes “18+”-Logo klebt, läuft seitens der Hersteller und auch meiner Meinung nach alles nach Vorschrift. Wer also in die Kategorie “18+” fällt, der kauft, spielt und gruselt.

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Games, Xbox 360, Zocken
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