Sex mit einem Alien!
Bastian | 27. November 2007
Die Mutter aller Langnasen-Rollenspiele hat wieder zugeschlagen: Mit Mass Effect beschert Bioware den Xboxern derzeit einen exklusiven SciFi-Epos mit Triple-A-
Qualitäten. Auch ich bin seit dem Erstverkaufstag offizieller Retter der Galaxie – ein Auftrag für die Ewigkeit, sollte man meinen, doch nach 13,5 Stunden war das Ziel bereits erreicht. Eigentlich viel zu kurz für ein waschechtes Bioware-RPG, aber nach den epischen Höhepunkten, insbesondere dem genial inszenierten Finale, will ich darüber eigentlich gar nicht meckern. Ich hätte ja schließlich auch vor dem letzten Kampf noch alle Sidequests erledigen können, nur hat mich das Spiel zu dieser zeitschindenden Idee in keinster Weise motiviert. Das war bei “Knights of the old Republic” merklich anders, nämlich besser.
Aber egal, ich habe ja ohnehin so gut wie gemogelt. Ich konnte nicht anders: Wenn mir in den Optionen eine “Einfach-Einstellung” für die Kämpfe geboten wird, dann nehme ich dieses unmoralische Angebot natürlich wahr. Andererseits will ich so eine Option in einem Rollenspiel überhaupt nicht! Wenn die Entwickler ihren Job richtig, richtig gut gemacht hätten, wäre so etwas unnötig – zu beobachten bei vielen Japano-Rollenspielen. Andererseits will ich bei einem derart US-Zocker-kompatiblen Egoshooter-Kampfsystem einfach nicht länger als nötig kämpfen, denn hektisch ballern kann ich auch wo anders. Trotzdem verdient Biowares Idee ein Lob, da mich Rollenspiele mit Shooter-Elementen eigentlich schon immer begeistern konnten. Eine bessere Umsetzung des Kampfsystems wäre aber sicher möglich gewesen. Alternativ kämpft es sich klassisch-rundenbasiert immer noch sehr gut, aber dann schrumpft die heimische Zielgruppe und das mag EA nunmal überhaupt nicht.
Die Story von Mass Effect ist hervorragend geschrieben und ebenso umgesetzt. Ein Teil davon hat mich ja förmlich zum spielerischen Schnellvorlauf gezwungen: Sex mit einem Alien! In die blauhäutige Asari-Frau Liara hatte ich mich vom ersten Moment an verguckt, doch das sich im Laufe des Spiels eine Romanze entwickelt und ich kurz vor dem Finale mit ihr in der virtuellen Kiste lande, war eine äußerst angenehme Überraschung. Alternativ, und deshalb liebe ich Rollenspiele, hätte ich auch mit die menschliche Ashley Williams rumkriegen können, dafür allerdings ihren total rassistischen Äußerungen über außerirdische Teammitglieder zustimmen müssen. Ist wohl ein verstecktes Feature für Texaner. Wer hingegen wie ich schon zu Star-Wars-Zeiten auf die Twi’leks stand, der lässt sich natürlich auf ein Abenteuer mit Liara ein. Und ich sollte mir nach diesem psychologisch hoch interessanten Absatz ein paar Dating-Games aus Japan importieren.








