Praise the Pixel
Bastian | 13. August 2006Die wahren Zocker würden sich vielleicht gar nicht mal so gerne als solche bezeichnen. Viel eher passt da schon „Computerspieler“ oder vielleicht sogar „Fan elektronischer Kunst“. Solche Leute wissen die Arbeit, das Herzblut und das Talent der Entwickler zu schätzen. Sie spielen das Spiel nicht, weil auf der Packung „EA“ steht oder ein Kumpel ihnen erzählt hat, dass man bei Titel XY seine Gegner ganz besonders brutal zerhackstücken kann. Spiele, bei denen mehr als nur finanzielles Interesse drinsteckt, erkennen Profis auf den ersten Blick. Was nicht heißen soll, dass Entwickler wie EA nur Kommerz-Mist machen: Auch die großen der Branche bringen bisweilen wirklich wunderschöne Spiele von talentierten und ambitionierten Teams auf den Markt.
Doch die Liebe für elektronische Kunst in Pixelform kann auch ganz andere Formen annehmen. Am besten zeigt dies meiner Meinung nach die Demoscene, die ich seit den guten alten Amiga-Tagen sporadisch, aber immer noch mit großer Begeisterung verfolge. Was diese Leute alljährlich auf unsere Bildschirme zaubern ist ganz große Kunst. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur die Höchstleistungen in Sachen Programmierung, sondern auch die Aussage und das große Ganze aus Ton, Bild und Technik sind das, was Computerkunst letztendlich so faszinierend macht. Nur wenn all diese Komponenten harmonieren, hat die Demo bei den großen Partys der Szene eine Chance auf Erfolg – für richtig gute Computerspiele gilt das übrigens ebenfalls.
Gönnt euch mal wieder ein bisschen Kultur am Bildschirm und stattet den Finalisten der diesjährigen Assembly einen Besuch ab. Pixel-Kenner Bobic hat hier eine hervorragende Zusammenfassung geschrieben. Wer übrigens noch schnellere Downloads möchte, holt sich die Files ganz von diesem Server. Mein Highlight ist „1995“ von „Kewlers / MFX“, da diese Produktion wie kaum eine andere die guten alten Zeiten hochleben lässt. Früher war eben doch vieles besser.





